Pflanzen der Götter

Sempervivum, "Jupiterbart"
In Johannes Hartliebs "Das Buch aller verbotenen Kunst" aus dem Jahr 1465 wird ein
Hexensalbenrezept überliefert - eine Flugsalbe für die insgesamt sechs Pflanzen verwendet wurden.
Dort heißt es, dass „am pfintztag barban Jouis“, also „am Donnerstag Bart Jupiter“ gesammelt werden sollte.
Nasty by Nature
Hildegard von Bingen merkte an, dass Hauswurzgenuss bei Mann wie bei Frau Begierde entbrennen lasse.
Für zeugungsunfähige Männer aber empfahl sie in Ziegenmilch eingelegte Hauswurz. Bei Taubheit
solle man Hauswurzsaft zusammen mit Frauenmilch ins Ohr träufeln.
"Königin der Nacht" oder Bauernkaktus?
Die Blüten öffnen sich im Allgemeinen am
späten Nachmittag und blühen in der Nacht.
Daher werden sie oft fälschlicherweise
„Königin der Nacht“ genannt. Die echte
„Königin“, botanisch Selenicereus
grandiflorus
genannt, ist jedoch ein
Schlangenkaktus, der erst nach 20 Uhr
seine Blüten öffnet, die am nächsten
Morgen bereits verwelkt sind.
Christliche Botschafterin
Der Madonnenlilie - Lilium candidum, wird im Christentum eine hohe Verehrung zuteil. Der Erzengel Gabriel
überreichte der Jungfrau Maria eine Madonnenlilie um ihr zu verkünden, dass sie mit dem Gottessohn schwanger
geht - "Mariä Verkündigung". Der Legende nach entstand die Lilie weil Herkules um unsterblich zu werden, so kräftig
an der Brust der schlafenden Hera/Juno trank, dass einige Milchtropfen auf die Erde fielen und diese sich
in die Lilien verwandelten.
Aphrodite's Trouble Child
Einer Legende nach soll Aphrodite sich über die Reinheit und
Unschuld der Königslilie so geärgert haben, dass sie ihr einen großen,
keulenförmigen Stempel einpflanzte, der an den Phallus eines
brünstigen Esels erinnert. Deshalb wurde sie als Symbol der
duftenden Scham der Liebesgöttin geweiht.
"Laß den Jüngling, der dich liebt, eine Lilie pflücken,
ehe dein Herz sich ihm ergibt, um ihn zu beglücken."
(Friedrich Hebbel)
Astronomisches Aphrodisiakum
Sammelte man die Madonnenlilie während Venus mit dem Mond im Sternzeichen des Stieres oder der Waage steht,
so war sie ein vorzügliches Mittel um die Liebe eines weiblichen Wesens zu erlangen und wurde dementsprechend als
Liebeszaubermittel und in Liebestränken verwendet. Wusch sich eine Frau mit Liliensaft vermischt mit Dorantextrakt,
so blieb sie lange jung und schön.
"Kleiner grüner Kaktus" des Jahres 2010
Echinopsis eyriesii ist eine der bekanntesten und beliebtesten Kakteen, weil leicht
zu pflegen und enorm in der Blüte. Im Volksmund wird sie seit Generationen
„Bauernkaktus“ genannt und ist in den meisten Kakteensammlungen zu finden
Eye-Opener
Aus der Wurzel der Veilcheniris oder „Florentinischen Schwertlilie“ (Iris germanica var. florentina, Syn. Iris pallida), auch Veilchenwurz
oder Violwurtz genannt, wurden die im 19. Jahrhundert beliebten Veilchenparfüms gewonnen und in alten Zeiten daraus auch ein Brechmittel
hergestellt. Der Name kommt von den Wurzelsprossen, die ätherisches Öl enthalten, das mit zunehmendem Alter einen feinen Veilchenduft
verströmt und in der Antike zur Würze des Weins oder zur Beseitigung von Mund- beziehungsweise Schweißgeruch diente. Außerdem wird
sie auch als Zusatz zu Likören (Benediktiner, Danziger Goldwasser, Cordial Medoc) und zum Aromatisieren von Weinen und Tabaken verwendet.
Staude des Jahres 2003
Die Bestäubung des Wiesensalbeis erfolgt in erster Linie durch Hummeln, was ihn zu einer sogenannten "Hummelpflanze" macht.
Zur Verbreitung der Pollen wird der sogenannte "Salbeimechanismus" angewendet. Das nektarsuchende Insekt steckt seinen Rüssel
beim Einführen in die Blüte durch eine Öse und löst damit einen Hebelmechanismus aus, der den Blütenstaub am behaarten Körper
des Insekts abstreift. Diesen Mechanismus nennt man auch Schlagbaummechanismus. Die abgestreiften Blütenpollen werden dann
anschliessend von den Hummeln zur nächsten Pflanze weitergetragen.
Who Wants to Live Forever ?
Der Name der Gattung des Salbeis gründet auf dem lateinischen salvare, „heilen“, und die finnische Bezeichnung „salva“
stand wohl ursprünglich für ein aus dem Salbei hergestelltes Heilmittel. Besonders mithilfe des Echten Salbeis (S. officinalis)
glaubte man, fast alle Krankheiten und Leiden heilen, sogar die Unsterblichkeit erlangen zu können.

Mother Nature´s Finest

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